Landwirtschaft vor Ort

Am 31.08. haben wir den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Ehringfeld in Rees-Millingen besucht.

Bei der Führung durch Betriebsgebäude und Anlagen konnten wir einen Einblick in die Struktur eines modernen landwirtschaftlichen Betriebes nehmen. Die Familie Ehringfeld hat ihren Betrieb in zwei Abteilungen gegliedert. Auf der einen Seite ein Milchviehbetrieb mit ca. 100 Kühen, etc. und auf der anderen Seite ein Lohnunternehmen.

Die auf der landwirtschaftlichen Fläche erzeugten Futtermittel werden ausschließlich im eigenen Betrieb verbraucht. Der Betrieb verzichtet vollständig auf gentechnisch veränderte Futtermittel. Sie erzielen daher einen etwas höheren Milchpreis. Der wird allerdings beim Zukauf von z.B. Kraftfutter wieder aufgezehrt.

Insgesamt zeigte sich, dass der besichtigte Betrieb auch wegen der Zweiteilung eine gesunde Struktur besitzt.

Bei der anschließenden Diskussion über den Zustand der Landwirtschaft im Allgemeinen zeigte sich aus Sicht der Landwirte folgende Problematik deutlich:

Die Subventionierung der Landwirtschaft ist kontraproduktiv. Sie habe die Landwirtschaft in eine Richtung gedrängt, die z.B. unbeeinflussbaren äußeren Einflüssen ( Klimawandel, Dürre, etc ) in Existenznot bringt. Der Weg in immer größere Betriebe mit mehr Milchvieh, deren Anzahl nicht mehr zur bewirtschaften Fläche passt, bringt viele Betriebe in Abhängigkeiten, die nicht mehr gesteuert werden können. (z.B. Gülletransporte, weil die Mengen auf eigener Fläche nicht mehr ausgebracht werden können. )

Die Landwirte auf diesem Betrieb plädieren einhellig für das Überdenken der bisherigen Subventionspolitik, die einhergeht mit Vorgaben was sie  wann wo und wie anzubauen haben, etc.

Bei der Fragestellung was die Landwirte für unsere Stadt und Region tun könnten, stellte sich heraus, dass sie das gerne wollen. Nur erläuterten sie uns an einem Beispiel eines Milchviehbetriebes, der eigens eine Abfüllanlage für Frischmilch angeschafft habe, die Vermarktung allerdings am hohen Preis des Produktes im Verhältnis zur Abnahmemenge gescheitert sei. D.h. die Akzeptanz eines höheren Preises für regionale Produkte ist in der Bevölkerung noch nicht ausreichend vorhanden.

Von unserer Seite stellt sich aber auch die Frage, ob die Supermärkte, die diese Produkte verkaufen sollen, dies auch mit entsprechender Konsequenz durchführen. Wenn wir wollen, dass regionale Produkte bei uns einen Käufer finden sollen, müssen sowohl Erzeuger als auch Vermarkter stärker animiert werden und unterstützt werden.

Im Bezug auf das aktuelle Thema Klimawandel kamen zwei Punkte zur Sprache.

  1. Auch dieser Betrieb hat jetzt in eine größere Photovoltaikanlage investiert, hauptsächlich zum Eigenverbrauch.
  2. Die Landwirte würden ggfs. mit z.B. anderen Fruchtfolgen, etc. darauf reagieren, sind aber weiterhin abhängig von den Vorgaben / Einschränkungen aus Brüssel.

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