Antrag Sportpark Winnekendonk

Zum Haupt- und Finanzausschuss am 03.12.2019 hat die FDP-Fraktion folgenden Antrag zum Haushalt gestellt:

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

 

die FDP-Fraktion im Rat der Wallfahrtsstadt Kevelaer beantragt

 

  1. für die Erweiterung des Sporthauses im Sportpark Winnekendonk, als Ersatz für den Wegfall des Sporthauses an der Kevelaerer Str., im Haushalt 2020 Mittel in Höhe von bis zu 230.000 € bereitzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Sportverein ist zu ermitteln, welche Einsparpotenziale es gibt und welche Synergieeffekte nutzbar zu machen sind, die städtische Mittelbereitstellung ist um den entsprechenden Betrag zu reduzieren.
  2. für die Umwandlung des Trainingsplatzes 3 in einen Kunstrasenplatz, als Ersatz für den Wegfall des Sportplatzes an der Kevelaerer Str., im Haushalt 2020 Mittel in Höhe von bis zu 350.000 € bereitzustellen. Für den Fall der Förderfähigkeit der Umwandlung, sind die städtischen Mittel entsprechend zu reduzieren. Der Ansatz in Höhe von 150.000 € im Wirtschaftsplan der Technischen Betriebe der Wallfahrtsstadt Kevelaer ist entsprechend zu erhöhen.
  3. die Gewährung einer Ausfallbürgschaft über einen Betrag von 100.000 € für eine von Dritten zugesicherten Förderung. Der Förderungsgeber hat gegenüber der Stadt, etwa mittels einer Bankbürgschaft, die Förderungssumme in Höhe von 100.000 € zu sichern.
  4. die Stadtverwaltung zu beauftragen, Fördermöglichkeiten zu prüfen, die Antragstellung zu koordinieren und die Voraussetzungen für Fördermöglichkeiten zu schaffen.

 

Begründung

 

Der Sportverein Viktoria Winnekendonk hat mit Schreiben vom 25.06.19 beantragt, als Kompensation für den wegfallenden Sportplatz an der Kevelaerer Str. und das dortige Vereinsheim, den Trainingsplatz 3 am Sportpark Winnekendonk in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln und das bestehende Sporthaus entsprechend zu erweitern.

Es haben innerhalb der letzten Jahre verschiedene Abstimmungsgespräche, auch unter Beteiligung der Politik, stattgefunden. Hintergrund für den Wegfall der Sportanlage an der Kevelaerer Str. ist die politische Entscheidung des Rates, dass das Gelände an der Kevelaerer Str. als Potenzialfläche ausgewiesen wurde und einer städtebaulichen Entwicklung zugeführt werden soll. Unter Beteiligung der Eigentümerin der Fläche, hat sich für diese Fläche ein Interessent gefunden, der einen Bau realisieren möchte, sodass die Sportanlage dort nicht fortbestehen kann. In Anerkennung der Verdienste um die ehrenamtliche Sportförderung, auch von Kindern und Jugendlichen, muss gewährleistet werden, dass der Sportbetrieb trotz dieser politischen Entscheidung, fortgeführt werden kann.

Insofern ist der Bedarf für die Schaffung einer getrennten Umkleidemöglichkeit für die Damen-Mannschaften, sowie für Lager- und Besprechungsmöglichkeiten, nachvollziehbar. Dabei erkennen wir an, dass der Sportverein entgegenkommend schon auf nicht unerhebliche Flächenzahlen verzichtet. Darum ist, um den Spielbetrieb fortsetzen zu können, die Schaffung von Räumlichkeiten wie beantragt notwendig.

 

Bezüglich der beantragten Mittel zur Schaffung eines Kunstrasenplatzes ist zu differenzieren:

Grundsätzlich bezuschusste die Stadt Kevelaer die Umwandlung von bestehenden Rasenflächen in einen Kunstrasenplatz mit einem Zuschuss in Höhe von 150.000 €. Der entsprechende Ratsbeschluss wurde am 29.09.2015 gefasst. Seit diesem Zeitpunkt sind konjunkturbedingte Mehraufwendungen zu kalkulieren, sowie ein inflationsbedingter Ausgleich zu schaffen.

Dem gegenüber ist festzuhalten, dass im vorliegendem Fall nicht ein bestehender Naturrasenplatz umgewandelt werden soll, sondern lediglich ein Trainingsfeld. Der Grund dafür liegt jedoch in einer fiskalischen Besonderheit: Würde man (wie zunächst auch anfangs angedacht) den Rasenplatz 1 in einen Kunstrasenplatz umwandeln – und so der städtischen Förderrichtlinie entsprechen- müsste, aufgrund des geringen Alters der Rasenfläche, die Restbuchwertabschreibung auf einmal aktiviert werden, was für die Stadt mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 250.000 € verbunden wäre. Zusätzlich ist dabei in den Blick zu nehmen, dass im Falle der Umwandlung des Rasenplatzes 1 ein lediglich sechs Jahre alter, modern ausgestatteter Rasenplatz abgerissen würde, was aus Nachhaltigkeitserwägungen und dem verantwortungsvollen Umgang mit Steuermitteln nicht zu verantworten wäre. Aus diesen Gründen wurde die Umwandlung des Rasenplatzes 1 nicht mehr weiter verfolgt und stattdessen die Umwandlung des Trainingsplatzes 3 in den Blick genommen. Somit ist der Gewährung des üblichen städtischen Zuschusses nicht entgegenzuhalten, dass lediglich eine Trainingsfläche umgewandelt würde. Daher ist auch dem Sportverein Viktoria Winnekendonk grundsätzlich der städtische Zuschuss zu gewähren.

Des Weiteren ist die Sachlage auch insofern nicht vergleichbar, als dass die Sportanlage an der Kevelaerer Str. komplett wegfallen wird und dem Sportverein der Zugriff darauf entzogen wird. Somit ist die Umwandlung des Trainingsplatzes 3 in einen Kunstrasenplatz anders zu beurteilen, als die Umwandlungen, welche die DJK Twisteden und der KSV durchgeführt haben, sowie die Union Wetten durchführen möchte. Ausgehend von dieser Sachlage geht die FDP davon aus, dass auch eine höhere Bezuschussung sachlich gerechtfertigt ist.

Die Berechnung der tatsächlichen Spiel- und Trainingszeiten ist auf identischer Rechnungsgrundlage erfolgt, wie damals bei der DJK Twisteden, weshalb sich insofern keine unterschiedliche Betrachtung rechtfertigen lässt. Zwar sei zugestanden, dass wenn man die erhöhte Bespielbarkeit eines Kunstrasenplatzes einrechnet, wohl kein Bedarf für insgesamt drei Spielfelder (zwei Rasenplätze, ein Kunstrasenplatz) besteht, aber aus den soeben dargestellten fiskalischen Gründen, ist eine Umwandlung eines bestehenden Spielfeldes in einen Kunstrasenplatz hier nicht möglich, sodass dieser Umstand nicht zu Lasten des Sportvereins gehen darf.

 

Insgesamt ist somit dem Antrag des Sportvereins grundsätzlich zu entsprechen. Sollten Fördermittel requiriert werden können, senken diese den Förderbedarf durch die Stadt Kevelaer.

Außerdem sollten weitere Kompensationsmöglichkeiten geprüft werden, etwa durch Synergieeffekte mit bestehenden Strukturen (etwa die Nutzung bestehender Flutlichtmasten), Beschränkung auf notwendige Investitionen, sowie die Übernahme weiterer Verantwortung durch dritte Fördermittelgeber.

 

 

[gez. Jürgen Hendricks]

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